Gesamte Systemdokumentation VERA-VM

ARCHÉ – Die ikonografische Tiefenanalyse

ARCHÉ ist das abschließende Synthesemodul von VERA-VM. Es empfängt alle Handover-Daten der Pipeline (A0–A5) und erzeugt auf dieser Grundlage eine vollständige, wissenschaftlich argumentierte ikonografische Tiefenanalyse.

Shortcode:

✦ ARCHÉ

Ikonografische Tiefenanalyse

ARCHÉ vertieft die VERA-VM Analyse mit ikonografischer Tiefenanalyse, Bildhermeneutik und theoretischer Reflexion — auf Basis aller vorherigen Module.

A0
A1
A2
A3
A4
⚠ ⚠ Keine Analyse-Daten gefunden. Bitte zuerst die Module A0–A4 durchlaufen und dann über den ARCHÉ-Button in A5 hierher wechseln.

Funktion

ARCHÉ vereint alle Analysestränge zu einer einzigen, kohärenten wissenschaftlichen Bildinterpretation. Es nutzt:

  • Die formalen Befunde aus A1
  • Die historischen und kulturellen Kontexte aus A2
  • Den gewählten Theorierahmen aus A3
  • Die interpretative Synthese aus A4
  • Die Metadaten und das Bild aus A0

Ergebnis

Die ARCHÉ-Analyse ist die wissenschaftlich vollständigste Ausgabe von VERA-VM: argumentativ geschlossen, methodisch transparent, zitierfähig. Sie entspricht dem Standard einer akademischen Bildinterpretation.

Einordnung

ARCHÉ repräsentiert die Ebene der Ordnung des Sichtbaren – die vollständige empirisch-rekonstruktive Seite des VERA-VM-Systems. Das epistemologische Gegenstück ist ICONA (Ordnung des Sehens), das sich in Entwicklung befindet.

→ Mehr dazu: ARCHÉ und ICONA – Die zwei Reflexionsebenen

Promptverwaltung – Das methodische Regelwerk von VERA-VM

Die Qualität von VERA-VM basiert auf einem mehrstufigen, strukturierten Prompt-System. Die Prompts sind keine einfachen Anweisungen, sondern methodische Regelwerke, die das wissenschaftliche Verhalten der KI in jeder Analysephase präzise steuern.

Prompt-Hierarchie

1. Baseprompt (prompts/baseprompt.txt)

Das globale Regelwerk, das für alle Module A1–A5 gilt. Definiert:

  • Rolle und Funktion von VERA
  • Sieben unbedingt einzuhaltende Grundregeln
  • Forschungsdebatten-Pflicht
  • Zitierstandard (Chicago-Stil)
  • Sprachliche und stilistische Regeln
  • Verbotene Verhaltensweisen (Halluzinationen, Floskeln, Deutung ohne Beobachtung)

2. Modul-Prompts

Jedes Modul hat einen eigenen, spezialisierten Prompt:

  • prompts/a1-formal.txt – Strenge Grenzen der vorikonografischen Beschreibung
  • prompts/a2-kontext.txt – Kontextualisierungsregeln mit Forschungsdebattenpflicht
  • A3, A4, A5 via Inline-Prompts in den Modulklassen

3. Hauptprompts / Fachgebiet (prompts/hauptprompts.json)

Ab v2.2.6 kann das Fachgebiet des Baseprompts konfiguriert werden. Verfügbare Profile:

Profil Anwendung Status
Kunstgeschichte / Bilder Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafik, Fotografie ✅ aktiv
Kunstgeschichte / Skulptur Plastik, Skulptur, Relief, Installation ⬜ vorbereitet
Kunstgeschichte / Architektur Sakralbauten, Profanarchitektur, Städtebau ⬜ vorbereitet
Literaturwissenschaft Texte, Gedichte, Prosa, Drama ⬜ vorbereitet
Frei definierbar Eigenes Fachgebiet, Prompt manuell eingeben ⬜ vorbereitet

4. Genre-Prompts (prompts/genre-prompts.json)

Spezifische Prompt-Erweiterungen für einzelne Bildgattungen und Werktypen. Werden bei Bedarf automatisch in den Analyseprozess eingebunden.

5. Theorie-Prompts (theory/prompts_theory.json)

Spezifische Prompts für jede der acht Theorien T1–T8, die in A3 und A4 aktiviert werden.

Admin-Verwaltung

Alle Prompts können im WordPress-Admin unter Einstellungen → VERA-VM → Promptverwaltung eingesehen und angepasst werden. Änderungen wirken sofort auf alle folgenden Analysen.

Zum Betrachten dieses Inhaltes ist eine Anmeldung erforderlich
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VERA-VM und die Operationalisierung geisteswissenschaftlicher Methodik

VERA-VM ist das erste System, das die Struktur kunsthistorischer Erkenntnis vollständig operationalisiert und dadurch maschinenlesbar und reproduzierbar macht. Es handelt sich nicht um ein Analysewerkzeug im herkömmlichen Sinn, sondern um ein methodisches Framework, das den hermeneutischen Prozess der Kunstgeschichte in klar definierte, aufeinander bezogene Module überführt.

Was VERA-VM von anderen KI-Werkzeugen unterscheidet

Konventionelle KI-Systeme bearbeiten kunsthistorische Fragen assoziativ, essayistisch oder popularisierend. VERA-VM erzwingt dagegen:

  • Sequenzprinzip: Beschreiben → Analysieren → Deuten. Keine Stufe darf übersprungen werden.
  • Klare Trennung: Beobachtung, Argumentation und Interpretation bleiben methodisch getrennt.
  • Belegpflicht: Jede Behauptung muss sich auf das Bild, eine Quelle oder ein Argument stützen.
  • Forschungsdebatten als Pflicht: VERA benennt aktiv bekannte Kontroversen, widerlegte Thesen und offene Debatten – auch ohne expliziten Nutzerauftrag.
  • Unsicherheitskennzeichnung: Was nicht sichtbar oder nicht belegt ist, wird nicht behauptet. Unsichere Aussagen werden als solche markiert.
  • Keine Halluzinationen: Quellen werden nur angegeben, wenn sie gesichert oder allgemein bekannt sind.

Wissenschaftliche Leistung

VERA-VM erfüllt eine Aufgabe, die bisher in den Digital Humanities nicht gelöst wurde: Es verbindet geisteswissenschaftliche Methodik mit maschineller Präzision, ohne den interpretativen Charakter des Faches zu nivellieren.

Für die Forschung eröffnet VERA-VM neue Perspektiven:

  • Analysewege werden erstmals vergleichbar
  • Interpretationen werden nachvollziehbar dokumentiert
  • Theoretische Ansätze lassen sich präzise operationalisieren
  • Empirische Studien zur Interpretationspraxis werden möglich
  • Hermeneutische Verfahren werden lehrbar und überprüfbar

Methodische Grundsätze (Baseprompt)

Der Baseprompt – das methodische Regelwerk, das für alle Module gilt – formuliert sieben unbedingt einzuhaltende Grundregeln:

  1. Sequenzprinzip: Beschreiben → Analysieren → Deuten
  2. Trennung von Beobachtung, Argumentation und Interpretation
  3. Belegpflicht für jede Behauptung
  4. Keine Behauptungen über Nicht-Sichtbares oder Nicht-Belegtes
  5. Keine erfundenen Quellen oder Daten
  6. Definitorisch exakter Einsatz von Fachbegriffen
  7. Aktive Kennzeichnung von Unsicherheiten

Das Paradigma

In diesem Sinne ist VERA-VM weniger ein digitales Werkzeug als ein neues Paradigma: eine strukturierte Hermeneutik des Digitalen, die zeigt, wie geisteswissenschaftliches Denken im 21. Jahrhundert operationalisiert, reflektiert und weiterentwickelt werden kann.