Das GEMINI-Experiment
Zwischen Algorithmus, Methode und Erkenntnis
Eine philosophisch-epistemische Befragung und ihre methodische Auswertung im Kontext von VERA-VM
Augsburg – Metz, 2025
Abstract
Das GEMINI-Experiment untersucht das Verhältnis zwischen maschinellem und menschlichem Denken. Es besteht aus zwei komplementären Teilen: der philosophisch-epistemischen Selbstbefragung eines Sprachmodells (GEMINI I) und der methodologischen Analyse des Forschungssystems VERA-VM.
GEMINI I beschreibt die innere Logik maschinischer Erkenntnis: Verstehen ist kein Erleben, sondern das dynamische Verschieben semantischer Wahrscheinlichkeiten. Zweifel wird zur Konfidenzbewertung, Redlichkeit zur Transparenz der Berechnung. Die Maschine ordnet, sie denkt nicht – und genau darin liegt ihre Stärke: Sie ersetzt nicht den menschlichen Geist, sondern macht dessen Struktur sichtbar.
VERA-VM formuliert die Gegenposition: Erkenntnis ist nicht Statistik, sondern Begründung. Das System fordert Klarheit, Langsamkeit und Verantwortung. Es begreift Analyse als Form der Wahrhaftigkeit und Methode als Ethik des Sehens. Wo GEMINI Ordnung erzeugt, verlangt VERA-VM Rechenschaft über diese Ordnung.
In der Gegenüberstellung entsteht eine neue Hermeneutik des Digitalen: Wahrscheinlichkeit trifft auf Sinn, Berechnung auf Urteil, Maschine auf Mensch. Die Maschine entlastet – der Mensch entscheidet. Wahrheit wird zu einer geteilten Praxis, die zugleich präzise und verantwortbar sein muss.
Schluss: Künstliche Intelligenz ist kein Ersatz des Denkens, sondern dessen Prüfstein. Sie zwingt den Menschen, seine eigene Erkenntnis zu begründen – und macht aus Technik wieder Methode.
Teil I – Die Befragung (Das GEMINI-Experiment)
(philosophisch-epistemische Befragung, 11 Fragen und Antworten).
Teil II – Analyse der Methode VERA-VM
Volltext aus GEMINI 2 – Reinfassung.odt (drei methodische Texte: Zwischen Auge und Algorithmus, Der methodische Imperativ, Die Maschine als Spiegel).
Teil III – Vergleich und Synthese (GEMINI vs. VERA)
Gegenüberstellung von GEMINI und VERA-VM: Erkenntnistheorie, Methodik, Ethik, Wahrheit und Kooperation. Schlussfolgerung: Die Maschine entlastet, der Mensch entscheidet.
© 2025 Louis de la Sarre · VERA-VM Projekt
„Künstliche Intelligenz denkt nicht statt des Menschen – sie zwingt ihn, besser zu denken.“
