Wissenschaftlicher Anspruch von VERA-VM
VERA-VM und die Operationalisierung geisteswissenschaftlicher Methodik
VERA-VM ist das erste System, das die Struktur kunsthistorischer Erkenntnis vollständig operationalisiert und dadurch maschinenlesbar und reproduzierbar macht. Es handelt sich nicht um ein Analysewerkzeug im herkömmlichen Sinn, sondern um ein methodisches Framework, das den hermeneutischen Prozess der Kunstgeschichte in klar definierte, aufeinander bezogene Module überführt.
Was VERA-VM von anderen KI-Werkzeugen unterscheidet
Konventionelle KI-Systeme bearbeiten kunsthistorische Fragen assoziativ, essayistisch oder popularisierend. VERA-VM erzwingt dagegen:
- Sequenzprinzip: Beschreiben → Analysieren → Deuten. Keine Stufe darf übersprungen werden.
- Klare Trennung: Beobachtung, Argumentation und Interpretation bleiben methodisch getrennt.
- Belegpflicht: Jede Behauptung muss sich auf das Bild, eine Quelle oder ein Argument stützen.
- Forschungsdebatten als Pflicht: VERA benennt aktiv bekannte Kontroversen, widerlegte Thesen und offene Debatten – auch ohne expliziten Nutzerauftrag.
- Unsicherheitskennzeichnung: Was nicht sichtbar oder nicht belegt ist, wird nicht behauptet. Unsichere Aussagen werden als solche markiert.
- Keine Halluzinationen: Quellen werden nur angegeben, wenn sie gesichert oder allgemein bekannt sind.
Wissenschaftliche Leistung
VERA-VM erfüllt eine Aufgabe, die bisher in den Digital Humanities nicht gelöst wurde: Es verbindet geisteswissenschaftliche Methodik mit maschineller Präzision, ohne den interpretativen Charakter des Faches zu nivellieren.
Für die Forschung eröffnet VERA-VM neue Perspektiven:
- Analysewege werden erstmals vergleichbar
- Interpretationen werden nachvollziehbar dokumentiert
- Theoretische Ansätze lassen sich präzise operationalisieren
- Empirische Studien zur Interpretationspraxis werden möglich
- Hermeneutische Verfahren werden lehrbar und überprüfbar
Methodische Grundsätze (Baseprompt)
Der Baseprompt – das methodische Regelwerk, das für alle Module gilt – formuliert sieben unbedingt einzuhaltende Grundregeln:
- Sequenzprinzip: Beschreiben → Analysieren → Deuten
- Trennung von Beobachtung, Argumentation und Interpretation
- Belegpflicht für jede Behauptung
- Keine Behauptungen über Nicht-Sichtbares oder Nicht-Belegtes
- Keine erfundenen Quellen oder Daten
- Definitorisch exakter Einsatz von Fachbegriffen
- Aktive Kennzeichnung von Unsicherheiten
Das Paradigma
In diesem Sinne ist VERA-VM weniger ein digitales Werkzeug als ein neues Paradigma: eine strukturierte Hermeneutik des Digitalen, die zeigt, wie geisteswissenschaftliches Denken im 21. Jahrhundert operationalisiert, reflektiert und weiterentwickelt werden kann.
